So. 16.12.18

Heute geht es früh aus den Federn. Wir sind ausgeruht; die Nacht war sehr ruhig und wir die Einzigen auf dem großen Parkplatz. Um 9 Uhr öffnet das Kennedy-Space-Visitor-Center (KSVC) und wir haben noch 55km zu fahren. Für einen Eintritt von 57$ (50$ über 55J) plus 15$ Parkgebühren wollen wir den Tag im Center voll nutzen, damit sich der Eintritt auch lohnt.

Sonntagmorgen, die Straßen sind leer. Wir sind zügig im KSV-Center angekommen und können in vorderster Reihe am Haupteingang einparken. Eigentlich haben wir mit deutlich mehr Besucherandrang gerechnet besonders für einen Sonntag, Familientag. Aber, um vorzugreifen, es ist den ganzen Tag über relativ wenig los gewesen und wir haben ohne längere Wartezeiten alle Attraktionen besichtigen und ausprobieren können.

Es weihnachtet sehr! Auch bei der NASA. Gleich am Eingang eine riesige NASA-Weihnachtskugel und wir hören schon die ersten Weihnachtslieder – voll amerikanisch natürlich: „Dashing thru the snow, in a one-horse open sleigh....“ oder „let it snow, let it snow, let it snow....“

Direkt hinter der Weihnachtskugel das Kennedy Memorial und links davon der Rocket Garden mit acht Raketen unterschiedlicher Bauart, und daneben Heroes and Legends - United States Astronaut Hall of Fame, die sehen wir uns aber später an.

Für mittags ist Bewölkung angesagt, morgens noch Sonne pur für Außenaufnahmen. Deshalb marschieren wir vorbei am Portrait der ISS und einem Lego-Modell des Mars-Rovers direkt zum internen Busbahnhof, um die Rundfahrt auf dem riesigen Startgelände zu machen und das Apollo/Saturn V-Center zu besichtigen.

Wenig los; gleich in den Bus und schon wenige Minuten später geht es los. Der Busfahrer erzählt einiges zum Gelände und zum Center, u.a. dass auf dem geschützten Gelände bis zu 7000 Alligatoren unterwegs sind und diese es sich ab und zu unter den Autos der Mitarbeiter bequem machen. Früher gab es noch automatische Schiebetüren, die inzwischen aber abgeschafft wurden, weil ein Gator dank der Automatik ins Gebäude gelangte. Wir fahren auch an verschiedenen Gators vorbei. Leider keine Fotos, sie liegen alle auf der anderen Seite des Busses. Meine Empfehlung: Setzt euch während der Bustour auf die rechte Seite, die bessere Seite für Fotomotive.

Auf der Tour kreuzen wir mehrfach die Schotter-Trassen für die Riesenraupen (Crawler), die die Raketen aus der Halle zur Startrampe befördern. Schotter ist nicht gleich Schotter! In diesem Fall handelt es sich nämlich um speziellen Fluss-Kies, der keine Eisenanteile besitzt, damit keine Funken entstehen können, wenn er unter der enormen Last der Raupe bricht. An was man so alles denken muss.... Sorry für die teilweise doch schlechte Bildquali, aber photographieren geht nur durch die getönten, leicht spiegelnden Busscheiben.

Wir fahren direkt am Startgelände vorbei, das von der privaten Firma Space X genutzt wird. Dies ist die Rampe für die Schwerlastrakete. Die Versorgungsrakete für die ISS, deren Start wir vor ein paar Tagen bestaunen konnten, wurde von einer kleineren Rampe aus in den Himmel geschossen.

Dass der Kugeltank mit flüssigem Wasserstoff so nahe an der Rampe steht, verwundert doch etwas. Wahrscheinlich ist aber nach dem Betanken der Rakete nicht mehr viel drin, um ein großes Risiko zu sein. Etwas abseits stehen die Metallschilde, die im Bunker unter der Rakete installiert werden, um die Höllenhitze des Feuerstrahls abzuleiten.

Am Ende der ersten Hälfte der Fahrt ins Startgelände befindet sich die riesige Anlage mit einer liegenden Saturn V-Rakete, die die Basis für die Apollo-Missionen war. Zuerst werden wir durch ein nachgebautes Kontrollzentrum geschleust, über das die Starts und Flüge überwacht wurden. Seit 1984 wird unmittelbar nach dem Start hier ans Kontrollzentrum in Houston übergeben und damit auch die Verantwortung für die restliche Mission. Ganz ehrlich, wenn man sich die Technik von damals so ansieht, ist es schon ein Wunder, dass die Raketen überhaupt abgehoben sind. Die Rechnerleistung von damals passt heute auf einen kleinen Speicherchip. Wahnsinn !

Einfach gigantisch! Es ist schon echt irre unter diesem Monstrum zu stehen und die Triebwerke aus der Nähe zu sehen.

Neben der riesigen Rakete gibt es natürlich Unmengen an Informationen und Ausstellungsstücke zu allen Apollo-Missionen inkl. der unterschiedlichen Wappen für die einzelnen Missionen, der Landefähre von Apollo 11 und und und. Um die Infos zu den gelisteten Missionen besser lesen zu können, vergrößert die Aufnahme.

Zu guter Letzt wird die erste Mondlandung auf einer Bühne in einem Kino ähnlichen Saal inszeniert mit Hilfe von Originalaufnahmen, der einschwebenden Landefähre und einem aussteigenden Astronauten. Wir können alles „live“ miterleben. Spannung aufbauende Musik, entspr. Geräusche, viel Infos, und die Erde, die im Hintergrund aufgeht. Gar nicht übel die Show.

Auf der Rückfahrt, jetzt auf der richtigen Seite sitzend, nochmal ein Blick auf die beiden Crawler. Die zwei Crawler-Transporter sind die zweitgrößten Fortbewegungsmittel zu Lande weltweit. Sie sind 40m lang, 34,7m breit und 6,1m hoch. Ihre maximale Geschwindigkeit beträgt 3,2km/h ohne und 1,6km/h mit einem Raumfahrzeug. Für die nicht mal 20 km bis zur großen Rampe braucht der Krabbler mit Rakete Stunden. Jedes Fahrzeug hat zwei 2050-kW-Dieselmotoren, die wiederum vier 1000-kW-Generatoren antreiben. Die hierbei erzeugte Energie treibt die 16 Antriebsmotoren an. Weiteres Foto: Das Hauptgebäude, das Vertical Assembly Building. Es war, als es gebaut wurde, mit 160m Höhe das größte Hallengebäude der Welt. In seinen vier „High Bays“ konnten bis zu drei Saturn V aufgebaut werden. Alleine die Tore zu öffnen dauert schon Stunden. (Die Infos in diesem Abschnitt habe ich Wikipedia entnommen.)

Zurück im Kennedy-Space-Center gehen wir gleich rüber zum Atlantis-Raumfähren-Komplex. „Jingle Bells, jingle bells...“ Vor dem riesigen Gebäude ist in Originalgröße die Shuttletransport-Rakete mit den beiden seitlichen Boostern aufgebaut. Als erstes sehen wir uns einen 3D-Film über die Geschichte der Shuttles an inkl. den Aufnahmen eines Starts aus unterschiedlichsten Kamerapositionen und aus der Nähe.

Danach öffnet sich ein großes Tor und wir treten aus dem Dunkel ins gleißende Licht und direkt auf die Atlantis zu. Also das mit den Show-Effekten haben sie echt drauf.

Von der oberen Ebene können wir direkt ins Shuttle reinschauen und im Erdgeschoss direkt unter dem Monstrum durchwandern. Das kann man nicht mit Bildern rüberbringen, da muss man wie bei der Saturn V-Rakete drunter gestanden haben, um die Dimensionen zu erfassen. Echt der Hammer. Dieses Teil war da oben im Weltraum.

Neben einem modernen Astronautenanzug für Außenbordeinsätze, wie z.B. zur Reparatur des Hubble-Teleskops (Hubble-Modell ebenfalls in Originalgröße – das Ding hat gerade so in die Atlantis gepasst.), gibt es das Shuttletriebwerk zu sehen und das Abfallentsorgungssystem (Ob das die von Howie entworfene Toilette ist ???.... Insider für Big Bang Theory-Fans).

Im Bereich unterhalb der Atlantis kann man durch nachgebildete Teile der ISS kriechen. Außerdem der Gang mit den Wappen der ganzen Shuttle-Missionen (immerhin 135) und von dort zum Memorial, zum Gedenken an die gestorbenen Astronauten während der beiden Shuttle-Katastrophen, der Columbia und der Challenger. Als Erinnerung ist z.B. auch ein Stück des linken Rumpfs der Challenger ausgestellt, die am 28.01.1986 explodiert ist. Längst vergessene Bilder, sehr emotional.

Nach diesen vielen Eindrücken wird der Kopfspeicher so langsam voll und die Beine lahm. Wir bewegen uns nun in Richtung Eingang zurück. „Rudi, the rednose reindeer.....“ Unterwegs kommen wir an einem der vielen Souvenierläden vorbei, der entsprechende Ausmaße hat, zwei Stockwerke. Hier findet gerade noch eine halbstündige Autogrammstunde mit einem echten Astronauten statt. Heute ist es der inzwischen 75-jährige Norm Thagard, der als erster Amerikaner in einem russischen Raumschiff in den Weltraum flog. Er hat an insgesamt 6 Missionen teilgenommen. Anschließend noch einen kurzen Abstecher in die Zukunft im Gebäude zur geplanten Marsmission. Hier gibt es Modelle der Robots, die schon auf den roten Planeten gesandt wurden, als auch viele, viele Informationen über die Herausforderungen einer solchen Mission. Spätestens hier merken wir, dass man sich eigentlich mindestens zwei Tage Zeit nehmen müsste, da wir einfach nichts mehr aufnehmen können und laut Broschüre noch einiges nicht gesehen haben, was vielleicht auch noch interessant gewesen wäre.

Auf dem Weg zum Parkplatz, so langsam geht es auf 18 Uhr zu und es wird dunkel. Vorbei am Raketengarten besuchen wir zum Abschluss noch die Hall of Fame der US-Astronauten. Wie immer entsprechend in verschiedenen Stufen inszeniert: 3D-Film, Hall of Fame und zum Schluss noch ein paar Ausstellungstücke.

Mit einem letzten Blick zur beleuchteten Atlantis-Rakete verlassen wir das Gelände nach anstrengenden, aber sehr eindrucksvollen acht Stunden.

Jetzt nur noch 50km nach Süden zum Pelican Beach Park und ab ins Nest.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Pelican Beach Park, Satellite Beach, GPS: 28.16854 , -80.587901, sehr ruhig, sehr empfehlenswert, aktuell keine Verbotsschilder im County Satellite Beach und auch keine Störung durch die Ordnungskräfte

 

 

Mo. 17.12.18

Nach der gestrigen Lauferei waren wir sehr müde und haben auf dem ruhigen Strandparkplatz super geschlafen. Heute geht es aber wieder zurück in den Süden zum Stuart bzw. Jensen Beach Park.

Auf dem Programm stehen heute billig Tanken, Wassertanks auffüllen, Baumarkt und Apotheke (Antihistamin-Salbe) suchen, ebay-Pakete auf der Post in Stuart abholen.

Mit Gas-Buddy haben wir gleich in der Nähe von Satellite Beach in Melbourne mehrere Tankstellen geortet, bei denen es Diesel für 2,56$/gal (ca. 0,6 €/l) geben soll. Wir haben zwar nur einen halben Tank (ca.130L) leer gefahren, aber es lohnt sich immer, diesen super Preis mitzunehmen.

Bevor wir losfahren können, kommt Ian vorbei, wohnt ganz in der Nähe, und macht spontan ein kurzes Videointerview mit Peter, das er wenig später auf Facebook für seine Follower veröffentlicht: Facebook / YOUTUBE „German couple traveling the world in a homemade RV“

Bei der Tankstelle gibt es den Sprit so billig wie in der App angekündigt. Noch schnell den Luftdruck prüfen – Pustekuchen. Das Gerät schafft gerade mal 100psi und ist mit LKW-Reifen einfach überfordert. Dann halt nicht.

Nach Süden, auf dem Hwy1 entlang am Intercoastal Waterway, diesmal nicht auf dem vorgelagerten bebauten Sand- bzw. Strandstreifen direkt am Meer, sondern an der Innenseite. Hier ist das Wasser ruhiger, nur kleine Wellen, besser zum Segeln, Paddeln usw. Wir lieben aber die großen Wellen und versuchen deshalb, möglichst direkt am Atlantik zu stehen.

Nach verschiedenen Stopps (Baumarkt, Apotheke, Burger King) können wir am Postamt im Stuart alle noch ausstehenden Pakete in Empfang nehmen. Wir haben uns nun doch einen Benzingenerator (sog. Moppel) geleistet. Unsere Lithium-Batterie funktioniert zwar super und bisher haben wir auch problemlos bis auf 30% entladen, aber wir denken, dass in südlicheren Gefilden bei verstärkter Nutzung der Klimaanlage, oder wenn wir wenig fahren, oder der Himmel bewölkt ist, der Strom evtl. knapp werden kann. Wir haben ein gutes Gerät mit 2000W Dauerleistung für 350€ bei ebay bestellt. Und jetzt isser da. Platz für das Teil haben wir ja auch schon gemacht.

Das Weihnachtsgeschenk für Marion ist auch dabei :-). Nachdem wir Fabian getroffen und auch auf anderen Travellerseiten Aufnahmen aus der Luft gesehen haben, wollen wir unsere Reisedokumentation auch mit Bildern und Videos aus der Luft mittels einer Drohne bereichern. Bei ebay haben wir eine, laut verschiedenen Testberichten, gute Minidrohne inkl. viel Zubehör und 2 extra Akkus für 360€ (DJI Spark) erstanden. Was zum Spielen! Wir freuen uns schon drauf, sie in Action zu testen. Darf man natürlich nicht überall machen.

Kaum am Parkplatz angekommen und im nicht geteerten Bereich eingeparkt geht auch schon die Sonne langsam unter. Also schnell rein ins Meer. Endlich wieder 24°C Badewannentemperatur. Gestern war das Wasser 150km weiter im Norden 2-3 Grad kälter, immer noch gut zum Wellenbaden, aber halt nicht so kuschelig warm.

Marion kann sich nicht so richtig entscheiden und nachdem sie auf dem Steg ein paar Bilder von mir in den Wellen gemacht hat, hoffentlich bleibe ich nicht am Angelhaken hängen, beschließt sie nur kurz die Stranddusche zu nutzen, da sie von vielen Mücken bzw. den sogenannten Noseeums attackiert wird. (Die sind so winzig, fast nicht zu sehen, deshalb No-See-ums) Auch ich werde Opfer dieser kleinen Mistviecher nachdem ich am Mobil zurück bin und den Generator in den Außenstauraum verpacke. Wir sind heilfroh, dass wir in der Apotheke heute Mittag eine Antihistamin-Salbe gegen das Jucken gekauft haben. Offene Fenster trotz Mückengitter ist nicht, da diese kleinen schwarzen Teufel leider durchs Netz gehen. Schade. Der Stellplatz ist ruhig und sichtgeschützt, aber mit den Viechern ist da nicht gut stehen. Also umparken in den geteerten Bereich, 500m entfernt. Hier können wir die Fenster wieder öffnen, keine Plagegeister mehr.

Gut eingesalbt schauen wir uns noch 3 Folgen Scrubs an und da inzwischen auch Ruhe auf dem Parkplatz ist können wir ungestört in die Federn kriechen.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Jensen Beach Park, Jensen Beach, GPS: 27.252513 , -80.195536, sehr ruhig, sehr empfehlenswert, Achtung: im ungeteerten aber durch Bäume sichtgeschützten Bereich viele „Noseeums“ und damit schmerzhafte Stiche.

 

 

Di. 18.12.18

Da es sich hier am Jensen Beach Parkplatz so gut stehen lässt, bleiben wir gerade noch einen Tag stehen, genießen das warme Meerwasser und entspannen uns von den letzten beiden Tagen. Boah ey – voll chillig!

Daher heute nur Sonnenaufgangsbilder.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Jensen Beach Park, Jensen Beach, GPS: 27.252513 , -80.195536, sehr ruhig, sehr empfehlenswert, Achtung: im ungeteerten aber durch Bäume sichtgeschützten Bereich viele „Noseems“ und damit schmerzhafte Stiche.

 

 

Mi. 19.12.18

Auch heute treibt es mich gleich früh morgens an den Strand und wieder werde ich nicht enttäuscht. Leider erkennt man den Pelikan nicht so gut auf den Bildern, aber es ist der Hammer, wie dieser Vogel 20cm über dem Wellenkamm dahinsegelt, um Fische direkt aus den Wellen zu fangen. Da könnte ich stundenlang zuschauen.

Runter in die Everglades gibt es zwei mögliche Strecken, entweder weiter auf dem Hwy 1 Richtung Fort Lauderdale/Miami Beach oder hinten durchs Backcountry. Wir werden zuerst ein gutes Stück bis fast nach Miami Beach runter an der Küste bleiben und dann nach Westen schwenken. Von Stuart aus bis nach Miami runter gibt es fast kein Stück freies Land mehr. So kommen wir an Hotelburgen, Marinas, vorgelagerten Inseln und unzähligen Wasserwegen vorbei, und etwas weg vom Wasser aber noch innerhalb der Stadtbebauung über 10-12-spurige Highways und entsprechende „Spaghetti“-Knotenpunkte. Ein Wahnsinns Verkehrsaufkommen hier, echt irre.

Fahrt entlang am Strand vorbei an kilometerlangen Villenvierteln, die von unzähligen Landschaftsgärtnern gepflegt werden, damit die 4-5m hohen Buschwände jegliche Einsicht verwehren. Hier braucht's nicht viel Phantasie, um den Reichtum zu erkennen. Hier wohnen die Schönen, die Reichen und die ganz schön Reichen.

Irgendwann kommen wir südwestlich in Richtung der Everglades und hier noch außerhalb der geschützten Gebiete wird massiv und großflächig Landwirtschaft betrieben. Wo jetzt riesige Anbauflächen sind, war vor noch nicht allzu langer Zeit Sumpf.

Vom Eingang des Everglades NP bis zum Flamingo Campground ganz im Süden der Glades sind es nochmal fast 60km, die wir durch das zur Zeit relativ trockene Grasland fahren. So sieht es zumindest oberflächlich aus. Alles nass und sumpfig. Die Straße wurde einfach mittendurch aufgeschüttet und geteert. Kurzer Stopp für eine schöne weiße Lilie und für die leider tote? Schlange. So wie sie daliegt, sind wir nicht so ganz davon überzeugt. Aber Marion kann die Aufnahme aus sicherer Entfernung aus dem Fenster machen. Da das possierliche Tierchen einen dreieckigen Kopf hat, ist sie sicherlich giftig. Vermutlich ist es eine junge Wassermoccasinotter, die zwar giftig ist, aber für den Menschen nicht unbedingt tödlich.

Am Campground ankommen, stehen Hedi und Theo schon auf dem Platz, und somit hat sich auch die Frage geklärt, warum sie auf unsere email nicht geantwortet haben. Hier gibt’s nur schwachen At&T-Empfang, Verizone funktioniert überhaupt nicht. Wir beziehen den Platz nebenan und tauschen gleich die Erlebnisse der letzten Tage aus. Nach einer erfrischenden Dusche freuen wir uns aufs Bett, da die Anreise doch recht lang war.

 

Übernachtungsplatz:

Campground Flamingo, Everglades NP, GPS: 25.138128 , -80.942413, ruhig, empfehlenswert, gute Basis für Ausflüge, Fahrrad sehr hilfreich, 18$ pro Nacht mit America the beautiful-Pass, sonst 20$

 

Do. 20.12.18

Nach der langen Anfahrt gestern lassen wir es gemütlich angehen. Marion geht gleich nach dem Frühstück auf Vogelpirsch. Sie hat die Schwarzgeier (Black Vulture=Coragyps atratus) an einem undichten Wasserhahn in der Nähe des Duschhauses entdeckt. Diese lassen sich beim Frischwasser aufnehmen nicht stören, so dass Aufnahmen aus nächster Nähe möglich sind. Neben den unzähligen verschiedenen Palmenarten gibt es auch viele Exemplare des amerikanischen Mahagoni (Swietenia macrophylla) mit seinen harten silbernen Früchten.

Gegen Mittag schnappen wir uns die Fahrräder und wollen zum 3 km entfernten Visitor-Center bzw. Rangerstation. Unterwegs ein kleiner Abstecher zum Eco-See. Bis auf viele abgestorbene Bäume gibt es hier leider nichts zu sehen. Beim Visitor-Center gibt es auch einen kleinen Hafen, von dem aus mit Kajaks und kleineren Booten in die Außenbezirke gestartet werden kann. Hier in der kleinen Buch bekommen wir einiges an Tierwelt zu sehen. Als wir zu den Bootsanlegern laufen, tauchen plötzlich Manatees neben uns im trüben Wasser auf; Unmengen von Wasserläufern und ganze Schwärme von Lanzettfischen. Auf einem Masten am Kai haben sich Fischbussarde (Ospreys) ihr Nest gebaut. Gar nicht scheu kann man aus weniger als 3 m schöne Nahaufnahmen machen. Im Hafenbecken entdecken wir auch noch ein Krokodil, was hier eher seltener ist im Gegensatz zu den Unmengen an amerikanischen Alligatoren.

Es ist schwül und heiß, trotzdem wollen wir auf der Straße noch bis zum 15km entfernten Snake Bight-Trail (Schlangenbucht) fahren und diesen zu Fuß bis zur Mangroven-Küste laufen. Auf dem Weg dorthin immer wieder Foto-Stopps, um die hiesige Tier-und Pflanzenwelt zu bestaunen und abzulichten.

Der Weg ist relativ trocken und daher gut zu laufen, allerdings sind wir heute die ersten und müssen immer wieder die Spinnennetze vor uns zerstören. Hier sitzen kleine, sehr exotisch aussehende Spinnen(Gasteracantha cancriformis) im Netz, aber immer so im Gegenlicht, dass keine verwertbare Aufnahme zustande kommt (hier der Link zu Wikipedia: https://de.wikipedia.org/wiki/Gasteracantha_cancriformis). Auf dem Trail neben lästigen Mosquitos natürlich einiges andere Getier und Pflanzen. Der eine oder andere Vogel endet dann auch mal als Mahlzeit für was größeres, wie ein Fuchs oder Luchs. Wegen der Hitze und den stechenden Mistviechern nicht ganz bis zum Wasserrand in den Mangroven, sind wir froh als wir nach ca. 7km marschieren wieder bei den Fahrrädern ankommen.

Auf der Rückfahrt sehen wir von Westen her die angekündigte Gewitterfront. Zuhause, schnell geduscht und dann die Schotten dicht. In der Nacht stürmisch und Regen, aber das Schlimmste ist nach Miami Beach an die Ostküste gezogen.

 

Übernachtungsplatz:

Campground Flamingo, Everglades NP, GPS: 25.138128 , -80.942413, ruhig, empfehlenswert, gute Basis für Ausflüge, Fahrrad sehr hilfreich, 18$ pro Nacht mit America the beautiful-Pass, ansonsten 20$

 

 

Fr. 21.12.18

Hedi und Theo haben beschlossen weiter zu fahren. Somit sind wir fast alleine auf dem Platz, nur wenige RVs und ein paar Geier. Es windet so heftig, selbst die Geier sind nicht der Luft.

Wir wollen den Coastal Praerie Trail mit den Rädern machen. Er startet ab campground und zieht sich 12 km Richtung Südküste durch den Sumpf. Leider müssen wir feststellen, dass er für Fahrräder gesperrt ist und auf Grund der gestrigen Regenfälle teilweise unter Wasser. Hin und zurück 24km durch Sumpf stapfen?! Dann halt nicht. Sind nochmal zum Visitor-Center geradelt, um die Wettersituation für Samstag-Morgen zu erfahren, und ob die kostenlose, geführte Kanutour stattfinden wird. Heute gibt es keine Kanutour, wegen Stark-Wind abgesagt. Je nach Windsituation Morgen früh, wird sie durchgeführt oder auch nicht. Das ist uns zu unsicher, haben uns deshalb wieder von der Liste ausgetragen. Wir müssten uns bereits morgens um 7 Uhr 18 km entfernt vom campground an einem See einfinden, und um diese Uhrzeit ist die Welt bei uns noch nicht in Ordnung – Morgenmuffel Marion. Diesen Früh-Morgen-Stress tun wir uns nicht an, und dann evtl. noch umsonst. Noi ha a!

Auch heute sind wieder mehrere Manatees im Hafenbecken, allerdings bei weitem nicht so schön zu sehen wie im klaren Wasser des Blue Springs State Park. Das war schon echt toll. Dafür sitzen heute gleich zwei Ospreys im Nest. Schon auf der Fahrt hierher auf dem Küstentrail haben wir einen dieser tollen Vögel auf einem Ast bei seinem Nest gesehen.

Während wir gemeinsam mit anderen Touristen die beiden Vögel im Nest beobachten stürzt sich einer der beiden plötzlich ins Hafenbecken und schnappt sich einen Fisch. Mit nassen Federn startet er mühsam aus dem Wasser, dreht eine große Runde und landet auf der anderen Seite des Geländes auf einem Baum bzw. einem starken Ast mit freiem Blick in die Umgebung. Hier fühlt sich der Vogel sicher und beginnt in aller Seelenruhe, den Fisch zu fressen. Wir stehen nur wenige Meter entfernt und bewundern das schöne Tier, das sich nicht aus der Ruhe bringen lässt. Einfach WOW.

Als wir zurück zum Campground wieder den Küstentrail nehmen wollen, ist dieser durch die einsetzende Flut schon überschwemmt. Ebenso die Picnic-Area, auf der nun hunderte Schlammtreter (Catoptrophorus semipalmatus) im ansteigenden Wasser staksen und alles an- bzw. aufgeschwemmte Gekrabbel herauspicken. Das ist wie am Buffet, jeder qm wird abgegrast unter entsprechendem Gekreische.

 

Übernachtungsplatz:

Campground Flamingo, Everglades NP, GPS: 25.138128 , -80.942413, ruhig, empfehlenswert, gute Basis für Ausflüge, Fahrrad sehr hilfreich, 18$ pro Nacht mit America the beautiful-Pass, ansonsten 20$

 

 

Sa. 22.12.18

Heute verlassen wir den südlichen Teil der Everglades wieder und damit auch den Flamingo Campground. Unsere Route führt nach Westen auf dem Hwy 41 entlang, zwischen Everglades NP im Süden und Big Cypress National Preserve. Aber zuerst müssen wir die knapp 60 km wieder raus aus dem Park Richtung Homestead.

Auf der Parkstraße kommen wir zuerst am Mrazek-Pond vorbei, dessen Fischreichtum viele verschiedenen Großvögel und Alligatoren anlockt. Super Fotomotive. Fischschwärme wirbeln das Wasser auf, springen manchmal heraus; entsprechend aufgeregtes Gezetere und Geschnattere der Vögel. Ein Alligator im Wasser, nur Nase und Augen sind zu sehen, kommt sehr behäbig und total entspannt nur 3m von uns entfernt aus dem Wasser ans Ufer und streckt sich zum Sonnenbaden aus. Hin und wieder mal ein Auge geöffnet - Touristenkontrolle, voll relaxed.

Warntafel vor Schlangen, Gators und Geiern (Vultures). Abstand halten! Weder Schlangen noch Geier sind zu sehen. Der Gator ist mega-entspannt. Nur Störche am Himmel kreisend in einem Thermikschlauch.

Ungefähr auf der Hälfte der Strecke nach vielen Kilometern Grasland kommen wir zum Mahagony Hammock, in dem anscheinend der älteste Mahagonie-Baum (Swietenia mahogoni) der USA steht. Wir haben ein Monstrum von Baum erwartet, dem ist aber ganz und gar nicht so. Von außen ist der Mahagonie besser zu sehen. Na ja. Ein schöner Gator im Graben auf der Fahrt zurück zur Parkhauptstraße. Die Florida Panther gibt’s wohl, sind aber so gut wie nie zu sehen.

Kurz nach dem Parkeingang geht es zum Anhinga bzw. Gumbo-Limbo-Trail. Diese beiden Trails sind speziell für Tagestouristen, die mal schnell von Miami Beach herfahren, um ein paar Vögel und Gators zu sehen. Dementsprechend voll ist der Parkplatz; es ist ja Hochsaison über Weihnachten bis Dreikönig. Trotzdem machen wir diesen kurzen Trail auch und können uns nicht beschweren: Viele große Alligatoren aus nächster Nähe, sogar ein paar Baby-Gators liegen in der Sonne, außerdem Schlangenhalsvögel (Anhinga anidando) - die Namensgeber des Trails, Zwergsultanshühner (Porphyrio martinicus) mit ihrem prächtigen Gefieder, Florida Knochenhechte (Lepisosteus platyrhincus ) und Florida Rotbauch Schmuckschildkröten (Pseudemys nelsoni) im Wasser. Wie im Zoo, nur ohne Zaun und Mauern. So manche Kinder und Erwachsene würden sicherlich wahnsinnig gerne all das Getier 'streicheln', sind u.E. oft viel zu nahe dran. Dass es hier nicht öfter zu Unfällen kommt, spricht für die Nichtaggressivität der Gators, grenzt aber auch schon fast an ein Wunder. Der Gumbo-Limbo-Trail ist eher unspektakulär. Wir sehen viele der namensgebenden, rote Rinde abwerfenden Gumbo-Limbo-Bäume (amerikanischer Balsambaum = Bursera simaruba); er wird auch scherzhaft Touristenbaum genannt, weil tropische Floridasonne = krebsrot werden und sich schälen.

So, raus dem NP, kurz einkaufen, und dann direkt zum Miccosukee Casino am Hwy 41. Hier können wir nach Anmeldung bei der Security und dort eingeholtem Permit umsonst die im Formular eingetragenen Tage auf dem riesigen Parkplatz stehen. Hier stehen auch die Dienstfahrzeuge der First-Nation-Police. Zuerst dachten wir, das wären die neuen Modelle für die deutschen Sheriffs ...

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Miccosukee Casino Parkplatz, GPS: 25.763644 , -80.486242, relativ ruhig, sehr empfehlenswert als Zwischenstopp, Permit bei der Security holen und die gewünschten Tage angeben.

 

 

So. 23.12.18

 

In Casinos kann man in der Regel immer sehr günstig essen, Buffet morgens, mittags, abends. Gestern Abend hatten wir das leider nicht auf dem Schirm, hatten aber auch schon eine Kleinigkeit in Florida City gegessen, und heute Morgen wollte Marion nicht, sie frühstückt ja so wenig, lohnt also nicht. Für einen etwas späteren Brunch haben wir keine Zeit, weil heute Shark Valley auf dem Programm steht und wir wegen den angekündigten hohen Temperaturen nicht zu spät dort ankommen wollen. Also gibt es ein schnelles Frühstück zu Hause und dann rauf auf die 41, die am Tamiami Canal entlang schnurgerade quer durchs Everglades Swamp-Land verläuft.

Als wir am Shark Valley ankommen (der Name bezieht sich auf Haifische im Mündungsgebiet des Flusses im Mexikanischen Golf), sind nur noch ein paar Parkplätze frei. Wir haben Glück, der Zutritt ist offen, obwohl wegen Regierungsshutdown keine Nationalpark-Ranger anwesend sind. (Trump bekommt seinen Haushalt nicht durch.) Da freuen sich natürlich alle Tagestouristen, die keinen jetzt NP-Eintritt bezahlen müssen. Wir haben ja den NP-Jahrespass und hätten nur ein Problem, wenn die Parks geschlossen wären.

Hier gibt es ein kleines Visitor-Center mit Souvenirs und Fahrräder können auch gemietet werden. Brauchen wir natürlich nicht, wir nehmen unsere eigenen und fahren den 24km Rundkurs komplett. Über unsere Bikes sind wir echt happy, hat sich schon des öfteren gelohnt. Tagestouris spazieren nur etwas die Straße entlang, haben aber so schon die Möglichkeit, direkt am Wegesrand liegende Gators, Reiher und viele andere Vögel zu Gesicht zu bekommen.

Auf dem Rundkurs ist relativ wenig los. Können jederzeit ungestört anhalten und die zum Teil scheuen Vögel mit der Kamera einfangen: Anhingas, Kormorane, kleine und große Reiher und auch ein paar Schildkröten. Marion stört bei einem Stopp eine Schlange beim Sonnen am Wegesrand im Gras, die dann so schnell weg ist, dass ich sie nicht mehr sehen kann, geschweige denn ein Foto gemacht werden kann. Das mit den Schlangen müssen wir noch etwas üben, aber vielleicht haben wir ja im Westen in den Wüstengebieten mehr Glück; so 'ne schöne Klapperschlange wäre doch mal was!

Überall am Wegesrand liegen leere Schneckenhäuser. Wir haben gelesen, dass es eine Spezialität der seltenen Schneckenweihe mit ihrem Hakenschnabel ist, genau diese Schnecken aus ihrer Hülle zu ziehen. Allerdings gehen wir davon aus, da wir die Weihe nicht gesehen haben, dass inzwischen auch andere Vögel diesen Trick beherrschen und die leckeren Teilchen aus der Schale bekommen.

Viel Spass beim Bildergucken, ist nur eine kleine Auswahl von Hunderten Schnappschüssen:

Auf der Hälfte des Rundwegs steht ein großer Betonaussichtsturm mit toller Aussicht in die Weite der Everglades. Von hier aus gehen eigentlich noch kleinere Trails weg, die zu Fuß zu machen sind, die aber gerade wegen eines aggressiven Alligators gesperrt sind. Und prompt, ein paar Meter nach diesem Schild, liegt der Bursche mit sprungbereiten angewinkelten Füßen quer auf dem Weg zum Aussichtsturm, seinem Sonnenplätzchen. Da fragt man sich doch, ob man da unbedingt vorbei muss und auf den Turm hoch. Vorsichtig und ohne hektische Bewegungen schleichen wir vorbei. Die Kameratasche bzw. den Rucksack zum Gator hin, nur für das bessere Gefühl – viel Sinn hätte es wahrscheinlich nicht. Von oben gut zu erkennen die beiden Fahrradwege. Auch sehen wir, dass es anderen Besuchern nicht besser geht beim Queren der Gator-Schnauze. Auf dem Rückweg ist der Gator schon etwas entspannter und hat die Füße seitlich abgelegt. Vom Turm oben haben wir noch einen seltenen Blick auf ein Krokodil und einen Alligator direkt nebeneinander (Schnauzenvergleich).

Auf dem Rundweg haben wir insgesamt 92 Alligatoren gezählt, die Kleinen und Halbstarken nicht mitgerechnet. Die meisten direkt am Radweg, keine 2 m entfernt. Man gewöhnt sich dran, so nah dran vorbeizufahren, verleitet aber auch dazu leichtsinnig zu werden. Wir haben einen scheinbar im 'Koma' liegenden Gator ins Wasser flüchten sehen; in Nullkommanix war der weg. Dass diese Viecher sich mit diesen kurzen Stummelbeinen überhaupt so schnell bewegen können – RESPEKT! Aber Hallo!

Der ganze Ausflug hat wegen der unzähligen Stopps mehrere Stunden in Anspruch genommen. Oft sind wir einfach nur dagestanden, haben einen Vogel beim Anpirschen oder Fische fangen beobachtet. Wo sonst kann man das so ungestört aus nur ein paar Metern Entfernung?!

Später auf der Weiterfahrt auf dem Hwy 41 sehen wir noch hunderte Alligatoren, Schildkröten, Reiher und Anhingas im Kanal gleich neben der Straße. Wir fahren langsam an dem sumpfigen Straßenrand entlang und sind immer noch total baff über die Menge an Tieren, und wir mitten drin.

Hedi und Theo sind uns immer ein paar Tage voraus gewesen und stehen jetzt am Monument Lake campground am Hwy 41. Immer noch Regierungsshutdown, also niemand da, um zu kassieren. Per Aushang wird darauf hingewiesen, dass der Platz genutzt werden kann, aber auf eigenes Risiko und ohne Betreuung. Da stellen wir uns natürlich gerne dazu und sparen uns als kleines Weihnachtsgeschenk von Präsident Trump die 28$/night Campinggebühren. Ein kühles Feierabendbier und ein toller Sonnenuntergang hinter Palmen. Wat willste mehr?

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Monument Lake, Everglades NP, GPS: 25.868182 , -81.113302, sehr ruhig, kostet eigentlich 28$ die Nacht und somit zu teuer, aber wegen Regierungsshutdown kostenlos.

 

 

Mo. 24.12.18

Heiligabend.

Mit 6h Zeitverschiebung hat sich auf Whatsapp und Fatzebuck schon einiges getan, so dass Marion schon vor dem Frühstück voll beschäftigt ist mit Lesen und Schreiben.

Ich genieße den herrlich frischen Sommermorgen draußen am See, indem man leider nicht schwimmen kann, da sich auch hier mindestens 3 (gesichtete) Alligatoren rumtreiben. Aber der Mond steht noch toll am Himmel.

Wir werden die nächsten Tage hier nutzen, um mal wieder etwas Ruhe zu bekommen. Marion hat beschlossen, zu Weihnachten eine Linzertorte aus dem Ofen zu zaubern und zu Heiligabend gibt es mangels „nackede Bratwürschd“ eben Schweinelende in Pilzrahmsauce mit frisch gemachten Spätzle. Wenn's denn sein muss, isst man das halt auch ......

Zur Bescherung, wie bestellt, ein toller Sonnenuntergang und ein längerer Videochat mit den Eltern in der Heimat (bei Anruf war gerade singen angesagt: „Stie-ille Naacht....“).

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Monument Lake, Everglades NP, GPS: 25.868182 , -81.113302, sehr ruhig, kostet eigentlich 28$ die Nacht und somit zu teuer, aber wegen Regierungsshutdown kostenlos.

 

 

Di. 25.12.18

Weihnachten.... oder einfach relaxen, lesen, Weihnachtsgeschenke ausprobieren. Wir haben uns einen Stromgenerator (Moppel) und zum Spielen eine Minidrohne (DJI Spark) geschenkt. Das Spielen mit der Drohne ruft gleich den Platzwart auf den Plan, der uns erklärt, dass Drohnen hier nicht erlaubt sind. Schade! Dafür bringen wir mit Theos Hilfe und genauerem Lesen der Bedienungsanleitung den Moppel zum Laufen. Ich habe zwar laut Anweisung den Ölstand kontrolliert, aber den Tropfen Öl am Messstab falsch interpretiert. Der hing da wohl noch vom Probelauf im Werk. Theo wusste, dass das Öl für den Versand wieder abgelassen wird. Nachdem wir ca. 400ml Öl eingefüllt haben, blockiert auch der Ölsensor nicht mehr und der Generator macht endlich seinen Job. Die unzähligen Startversuche mit Starterseil waren wie ein Besuch im Fitnessstudio. Jetzt braucht es erst mal ein Pause und ein Schläfchen.

Zur Belohnung gibt es dann noch die zweite Hälfte der leckeren Schweinelende und von den Spätzle sind auch noch reichlich da.

Und schon ist wieder ein Tag vorbei.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Monument Lake, Everglades NP, GPS: 25.868182 , -81.113302, sehr ruhig, kostet eigentlich 28$ die Nacht und somit zu teuer, aber wegen Regierungsshutdown kostenlos.

 

 

Mi. 26.12.18

Auch am 2. Weihnachtsfeiertag genießen wir die Wärme und Pause. Hedi und Theo sind schon wieder unterwegs und wollen mal wieder Strecke machen. Wir werden uns sicher wieder treffen, fahren ja ungefähr dieselbe Strecke Richtung Westen.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Monument Lake, Everglades NP, GPS: 25.868182 , -81.113302, sehr ruhig, kostet eigentlich 28$ die Nacht und somit zu teuer, aber wegen Regierungsshutdown kostenlos.

 

Do. 27.12.18

 

Im Nachhinein betrachtet, hätten wir ruhig noch ein paar weitere Tage am Monument Lake stehen bleiben können, ist ja eigentlich nett hier. Aber auch uns zieht es weiter in der Hoffnung, auf der Westseite am Mexikanischen Golf wieder im Meer baden zu können. Das ist echt ein Manko hier, dass die Gators das Baden verhindern.

In der Heimat sind heute unsere Jungs samt Freundin auf Besuch bei Oma und Opa und wir sind live per Videochat bei der Bescherung dabei. Wir hatten ja zu Omas 80sten ein Paket geschickt und noch ein paar Weihnachtsgeschenke mit hineingepackt + ein paar Internet-Bestellungen. Bis die Geschenke alle verteilt und ausgepackt sind.... Wir haben auch per Skype das totale Familienvergnügen. Echt nett. Götz hat dann noch ein Foto gemacht, auf dem wir alle drauf sind – wir zwei halt auf dem Bildschirm. Der regelmäßige Kontakt nach Hause ist uns schon sehr wichtig und per Skype relativ einfach.

Nach ausgedehnter Skype-Session kommen wir dann doch noch irgendwann vom Platz und fahren Richtung Naples, an der Westküste Floridas. Bis dahin sind wir noch auf dem Hwy 41 unterwegs mit vielen, vielen Gators am Straßenrand. Imposante Viecher.

Von Naples aus weiter an der Küstenstraße nach Norden Richtung Fort Myers. Hoffentlich finden wir unterwegs einen public Beach und evtl. sogar ein Plätzchen für die Nacht. Leider, leider sieht es hier genauso aus, wie für ein südliches Urlaubsgebiet zu erwarten. Die Küsten sind mit Ferien- und Hotelanlagen zugepflastert. Teils schön anzusehen und gut gepflegt, aber wer hier nichts sein eigen nennt, hat auch keinen Strandzugang. Es gibt nur wenige für die Öffentlichkeit zugängliche Abschnitte an der Küste.

Auf der Fahrt überqueren wir immer wieder Wasserstraßen; tolle Ausblicke von den hohen Brücken. Entdecken auch eine Cheese-Cake-Factory. Ob hier wohl eine Penny arbeitet? (Insider für Big Bang Theory-Fans) Auf den vorgelagerten Keys mit den schönen weißen Stränden ist die Hölle los und wir stecken mitten im Stau. Nichts geht mehr, weder vorwärts noch rückwärts. Wir sind jetzt gerade während der wohl schlimmsten zwei Wochen des Jahres an herrlichen Küsten mit schneeweißen Stränden unterwegs. Und nicht nur wir! Halb Kanada und die nördlichen US-Staaten verbringen ihre zwei Wochen Winterurlaub an den Küsten der Südstaaten. Es wird schon dämmrig, als wir es endlich wieder rüber aufs Festland schaffen.

Zu dieser Stunde sind am Fort Myers Beach schon fast keine Touristen mehr. Aber Peter freut sich trotzdem auf einen kurzen Badegang am schneeweißen Strand. Zu unserer Überraschung ist der Mexikanische Golf ca. 4-5°C kälter als der Atlantik an der Ostküste Floridas. Erfrischend, aber nicht zum dümpeln geeignet. Außerdem geht’s ganz flach rein; ein paar 100m weit raus, bevor man hüfttiefes Wasser erreicht. Ein kreatives Händchen hat eine süße Meerjungfrau am Strand hinterlassen. Marion will erst mal nur Fotos machen und wird gleich von Noseeums bzw. Blackflies attackiert. Sie zieht es vor, sich im Fahrerkabineninneren in Sicherheit zu bringen. In der Dämmerung sind diese kleinen Biester besonders nervig.

Wie befürchtet, darf man auch hier an diesem Strandparkplatz nicht stehen bleiben und so fahren wir nach einem kurzen Einkauf auf Aldi zu einem Walmart-Parkplatz, wo wir hoffentlich übernachten können.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Walmart Ft. Myers, GPS: 26.491066 , -81.941876, relativ ruhig, als Zwischenstopp empfehlenswert. Offiziell nicht erlaubt, aber die Dame am Service hat inoffiziell gemeint, dass es noch keine Probleme gab.

 

Fr. 28.12.18

Nach einer relativ ruhigen Walmart-typischen Nacht geht es weiter Richtung St. Petersburg. Von North Port über Venice Beach nach Sarasoto entlang der Küste. Touris ohne Ende, viele Hotels etc. und viel Ballermann. Zwischen Venice – heißt übrigens nicht umsonst so, weil viel im und am Wasser gebaut wird, mit Kanälen durchzogene Stadt - und Sarasota kommen wir an einem langen public Beach vorbei, geraten wieder in einen Touris-Stau, und gehen deshalb erst mal eine Runde schwimmen. Hier gibt es wenigstens ein paar Wellen und eine Süßwasserdusche, aber keine zum ewig Dümpeln geeignete Wassertemperaturen. Nach 20min haben wir schon wieder genug vom Baden. Laut Info-Tafel ist von 10pm bis 5am parken verboten, was ein Pärchen polnischer Abstammung bestätigt, denn abends ab 10 Uhr dreht der Sheriff seine Runde und kontrolliert.

Da wir Morgen über die Sunshine Skyway-Bridge rüber nach St. Petersburg fahren wollen, suchen wir uns einen Walmart in der Nähe aus, werden aber nach Rückfrage abgewiesen. Also nochmal ca. 30km in die entgegengesetzte Richtung zu einem Walmart-Parkplatz, auf dem wir laut iOverlander-App über Nacht stehen können.

Bisheriger Eindruck Westküste Florida: Schöne Passagen auf der Fahrt zum Anschauen, aber Baden bei ca. 19°C, wenig öffentliche Badezugänge, derzeitiger Touristenrummel (Weihnachtshochsaison bis Dreikönig) und fehlende Stellplätze in Meeresnähe sind doch eher frustrierend. Und: Wir haben noch nirgends Orangenverkäufer gesehen! Und das hier, im Sunshine State, wo wir mit frisch gepresstem Orangensaft am Welcome Center begrüßt wurden! Wir sind davon ausgegangen, dass wir morgens zum Frühstück wieder Saft aus frisch gepressten Orangen haben und nicht aus dem Tetra-Pak.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen Walmart Bradenton, GPS: 27.438744 , -82.457275, relativ ruhig, als Zwischenstopp empfehlenswert

 

 

Sa. 29.12.18

Hochzeitstag !! 28 Jahre... wie die Zeit vergeht.... In guten, wie in schlechten Zeiten. Gerade: Gute Zeiten! Können uns wirklich nicht beschweren. Läuft!

 

Geplant ist heute eine nicht so lange Fahrt, irgendwo lecker essen und ein Strandstellplatz. ...und meistens kommt es anders.

 

Gestern spätnachmittags wollten wir nicht mehr über die Sunshine Skyway-Bridge fahren, da wir lieber heute bei angekündigtem Sonnenschein über die ca. 20km lange Brücke fahren wollen. Sie ist ein kleiner Ersatz für die vielen Brücken runter nach Key West. Viele Florida-Urlauber fahren auf die „Keys“, um in Key West am südlichsten Punkt der USA ein Foto zu machen und, weil es dort angeblich so schön sein soll. Die Meinungen bezügl. den Keys gehen ziemlich auseinander. Laut Infomaterial und Internet-Recherche viel im 50er Jahre Baustil und sehr touristisch, kaum Parkplätze für große Rigs. Also: Nix für uns! Außerdem wäre es ein Riesenumweg von einigen 100km gewesen.

Nebel! Damit haben wir ja überhaupt nicht gerechnet. Ist ja wie in San Francisco auf der Golden Gate Bridge! Auch im Nebel ein beeindruckendes Bauwerk. An den Spitzen der Brückenbögen lichtet sich der Nebel schon etwas. Gleich dahinter geht es aber wieder rein in die Nebelsuppe.

Der Rest des Tages ist wieder sonnig und klar und am Ende haben wir uns fast 320 km weiter nach Norden vorgearbeitet, immer entlang an dichtbebauten weißen Sandstränden und Touristenzentren mit weihnachtlich geschmückten Palmen, Pling-Pling überall, aber keine Plätze für Reisende wie uns.

Normalerweise planen wir schon morgens die Strecke und damit einen evtl. Stellplatz für die Nacht. Heute sind wir immer weiter gefahren, ohne wirklich ein Ziel zu haben. Unter dem Motto: Wird sich schon etwas ergeben. Manchmal ist das aber gar nicht so einfach. Im Moment haben wir noch keine Idee für einen Stellplatz. Da melden sich Hedi und Theo über WhatsApp. Sie stehen auf dem Shell Mound Campground im Cedar Key Scrub State Reserve für 11$. Ein Platz ist noch frei. Gebongt! Sie reservieren uns den Platz und wir geben nochmal Gas. Noch 50km auf einer Straße mitten durch den Sumpf Richtung Küste. Wer wohnt da freiwillig?! Hier zieht wieder Nebel auf. Kurz vor dem Ziel sehen wir noch eine Gruppe Rosa Löffler beim abendlichen Mahl.

Gleich wird's dunkel. Wir melden uns an und bezahlen für 2 Nächte. Hier gibt es ein paar Rad- und Wanderwege durchs Vogelgebiet, die sicherlich nett sind. Aber: Keine 10 min auf dem Campground und wir werden begrüßt von tausenden Mücken und Noseeums, die sich hier in dem Matsch natürlich hervorragend ausbreiten. Die haben nur auf solche Leckerbissen wie uns gewartet – hmmm, mal was Exotisches, aus Europa! 1 Nacht, Morgen früh reisen wir wieder ab. Die heutige Mückenplage hat wohl etwas mit dem Wetterumschwung zu tun. Gestern klar, windig und kühl: Keine Mücken. Heute dagegen warm, neblig und schwül: Lockt die Mistviecher raus.

Das mit dem Hochzeitstag und lecker Essen müssen wir wohl verschieben und in einer netteren Ecke nachholen. Peter hat dann noch Zisch gemacht und der Rotwein hat hervorragend dazu geschmeckt.

 

Übernachtungsplatz:

Shell Mound Campground, GPS: 29.20921 , -83.062163, am Wochenende laut wegen der Air-Jet-Boote; mitten im Sumpf, nicht empfehlenswert wegen Mücken+Noseeums, 10,90$/night

 

 

So. 30.12.18

Wie schon gestern Abend kurzfristig beschlossen, reisen wir heute Morgen schnurstracks wieder ab, um aus dem Mückenland herauszukommen. Die bezahlte 2. Nacht bekommen wir leider nicht zurückerstattet. Teure Nacht gewesen. Aber immer positiv denken: Den campground etwas unterstützt; muss ja auch alles unterhalten werden. Jetzt aber weg hier.

Irgendwann auf der Strecke überholen wir Hedi und Theo, und als wir nach vielen, vielen, vielen Kilometern sumpfiges Waldland am Campground New Port Park vorbeikommen, stoppen wir und fragen nach einem freien Platz. Ein Platzerl haben sie noch. #16. Passen zwei Rvs drauf. 11 $, ebenfalls primitive camping, wobei es heiße Duschen gibt, Frischwasser, Abwasserentsorgung und bei Bedarf auch Strom. Für uns also perfekt. Wir nehmen den Platz und geben den anderen beiden Bescheid. Auf derartigen Plätzen sind bis zu zwei Fahrzeuge und bis zu 8 Personen erlaubt. Unsere beiden Brummer haben gerade so Platz und einem gemütlichen Lagerfeuer im Schutz unserer Mobile steht nichts im Weg. Auch die Mücken, die gestern wohl auch diesen Platz überfallen hatten, halten sich heute fern. Endlich mal wieder einen Abend im Freien am Lagerfeuer genießen. Schöööön!

 

Übernachtungsplatz:

Campground New Port Park, GPS: 30.199929 , -84.176462, relativ ruhig, als Zwischenziel OK; evtl. Noseeums und Mücken, primitive place 11$/night

 

 

Mo. 31.12.18

Leider können wir nicht auf dem Platz stehen bleiben, da er ab heute reserviert ist. Nach einem gemütlichen Frühstück, einer heißen Dusche und nochmal kurz dumpen, geht es also weiter. Heutiges Ziel: Apalachicola. Was man von anderen Reisenden so hört, soll dieses Städtchen ganz nett sein. Zudem gibt es kostenlose Stellplätze direkt bei der Stadt als auch auf der vorgelagerten Halbinsel mit einem State Park direkt am Strand.

Auf der Strecke liegt der Wakulla Springs State Park. Die in diesem Park sprudelnde klare Quelle bietet eigentlich die Gelegenheit entweder vor Alligatoren geschützt in einem abgegrenzten Gebiet zu schwimmen, oder mit einem Glasbodenboot über den Quelltopf zu fahren, um fast 55m in die Tiefe zu blicken, oder Rivertouren durch die Sumpflandschaft.

In letzter Zeit hat es hier an der Küste viel geregnet und das Wasser in den Flüssen ist deshalb sehr trübe. Deshalb keine Touren mit dem Glasbodenboot. Wir besuchen trotzdem den State Park, evtl. schwimmen bzw. eine Rivertour mitmachen. An der Quelle angekommen, macht uns das Wasser doch nicht zum Schwimmen an. Braune Brühe. Die Rivertour ist gerade unterwegs und wir müssten zwei Stunden auf die nächste warten. Also schauen wir uns noch den kleinen Showroom zur Geschichte der Quelle und des State Parks an und für welche alten Tarzan- bzw. sonstigen Gruselfilme diese Quelle als Aufnahmeort genutzt wurde. Auch schon zu Urzeiten, bevor der Mensch hier vorbei kam, war die Quelle beliebt – Bsp. Mammut, siehe Knochen.

Auf der Weiterfahrt sehen wir schon ein gutes Stück vor Apalachicola erste wirklich sichtbare Hurrikan-Schäden vom September. Hedi und Theo sind schon voraus gefahren, sind schon vor uns auf der Halbinsel gewesen. Wegen der enormen Schäden ist alles noch abgesperrt, keine Anfahrt zu den Beachparkplätzen möglich. Echt schade, wir haben uns schon sehr auf eine Silvesternacht am Meer gefreut.

Also weiter zum Battery-Park direkt am Ortseingang von Apalachicola. Die Stadt liegt am Fluss bzw. am Meer. Gleich unterhalb einer großen Brücke liegt der Park und davor eine Wiese sowie ein geschotterter Platz. Wir parken neben den beiden ein und nehmen gleich mal die Fahrräder, um das Örtchen zu erkunden. Hedi und Theo sind schon mal zu Fuß voraus gelaufen.

Entlang am Hafenkai sieht man schon noch Schäden an Gebäuden und der Kai selbst ist teilweise gesperrt, weil eingebrochen. Aber um vorzugreifen, die Schäden sind bei weitem nicht so schlimm wie in der Gegend westlich von Apalachicola, durch die wir in den nächsten Tagen kommen werden.

Wir entdecken einen Seafood-Laden mit frischen Fisch und Shrimps und kaufen uns ein großes Red-Snapper-Filet und frisch gefangene Riesengarnelen. Mmmh, da freuen wir uns schon richtig drauf. Mit viel Eis zum Kühlen in der Plastiktüte bringen wir unser Beute direkt nach Haus. Ganz in der nähe des Ladens kommen wir an einer Kneipe mit Live-Musik vorbei. Gleich nachdem wir den Fisch nach Hause gebracht haben, fahren wir wieder hin. Laut elektronischer Landkarte gibt es ganz in der Nähe der Kneipe ein Veteran-Memorial mit kleinem botanischem Garten, zu denen auch ein großer Parkplatz gehört. Der botanische Garten ist wegen Sturmrenovierung geschlossen, und auf dem Parkplatz sind ein Trailer und ein LKW abgestellt, sonst leer. Auch keine Verbotstafeln. Ruhiger als unter der Brücke und näher an der Musik-Kneipe.

In der Kneipe gibt es zuerst mal ein leckeres Guiness und wir lauschen der Live-Musik. Am Tisch draußen vor der Kneipe lernen wir noch 2 Pärchen aus Georgia und Colorado kennen, die von unserer Reise total begeistert sind und uns sofort zu sich einladen. In Georgia waren wir schon, aber in Colorado werden wir sicher mal vorbeischauen.

Wir haben beschlossen, den Silvesterabend mit Live-Musik in dieser Kneipe zu verbringen und fahren deshalb zurück, um Hedi und Theo darüber Bescheid zu sagen, und auch dass wir auf den ruhigen Parkplatz umparken werden, der praktischerweise nur 2 min zu Fuß von der Kneipe liegt.

Sie ziehen gleich mit um und gegen acht Uhr gehen wir gemeinsam in die Kneipe zur Silvesterparty. Die Musik ist genau unser Geschmack und bis auf wenige jüngere Gäste passen wir auch vom Durchschnittsalter genau in die Gesellschaft.

Kurz vor Mitternacht bekommt jeder noch einen Hut bzw. die Damen ein Feder bestücktes Diadem und der Wirt schenkt anstatt Sekt noch Bier zum Anstoßen in Plastikkelchen aus. Der gute Wille zählt und so stoßen wir halt mit Bier an. Wir bleiben noch ein bisschen sitzen, aber um halb eins hört auch die Musik auf zu spielen und wir spazieren nach Hause. Die Bilder sind leider etwas unscharf, mit Handy bei der etwas schummrigen Beleuchtung geht das nicht besser.

Gottseidank haben wir umgeparkt. Hier auf dem Parkplatz ist es sehr ruhig, kein Straßenlärm, wie vorne unter der Brücke.

 

Übernachtungsplatz:

Freistehen public parking, Apalachicola, GPS: 29.730465 , -84.987814, sehr ruhig, in Fußnähe zur Downtown, sehr empfehlenswert, als Alternative bietet sich auch der Platz unter der Brücke im Battery Park an.

 

Hier wieder die Kartenübersicht der 27. und 28. Woche mit den gewählten Stellplätzen:

USA_2018_Dez_2

 

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